Burnout und Erschöpfung

Klientengeschichte – Johannes R.- 42 Jahre, Manager (Name geändert) 

Schon immer war Johannes zielstrebig und hat fokussiert seine Karriere im Blick gehabt. Im Job zeigte Johannes größtes Engagement und stieg mit seiner motivierenden Art schnell in die Führungsriege auf. Er arbeite täglich bis spät abends, ließ gerne auch mal seinen Urlaub ausfallen, wenn das Projekt fertiggestellt werden musste. Andere Aufgaben gab er nur ungern an seine Kollegen ab. Die Folge: Das Pensum an Arbeit wurde immer mehr und seine Zündschnur immer kürzer, wenn etwas nicht nach seinem Plan lief. In der gleichen Zeit wurde es zuhause weniger harmonisch, Streitereien häuften oder schon nicht mehr über die wichtigen Themen gesprochen. Johannes hatte in dieser Zeit wenig Raum für die eigene Familie und gemeinsame Erlebnisse fanden so gut wie nicht mehr statt. Die Unzufriedenheit stieg somit nicht nur in beruflichen, sondern ebenso im privaten Kontext. 

Genau in dieser Phase hat Johannes mich kontaktiert und um Unterstützung gebeten. Einschlafen oder Durchschlafen konnte er seit gut einem halben Jahr nicht mehr richtig. Nachts kreisten seine Gedanken um die nächste Projektvorstellung, was vom Vortag alles liegen geblieben ist oder die angespannte Situation mit der Familie ließen ihn nicht zu Ruhe kommen. Morgens wachte er schon mit einer bleiernen Müdigkeit auf, welche er nur mit genügend Kaffee in den Griff bekommen hat. In den letzten Wochen hatte er zudem die ein oder andere Schwindelattacke und sehr präsente Kopfschmerzen, wenn die Belastung angestiegen ist. Um diesen Kopfschmerzen etwas gegenzusteuern, hat er mittlerweile fast täglich Schmerzmittel dagegen genommen, um sich in den Vorstandssitzungen etwas besser konzentrieren zu können. Trotzdem sind ihm immer mehr wichtige Dinge unter den Tisch gerutscht und fühlte zunehmend schlapper. Obwohl ihm der Austausch und die Ablenkung in seiner Skatrunde mit seinen Studienfreunden jeden Montag sehr gut getan haben, geht er schon lange nicht mehr hin. Keine Energie dafür. Keine Priorität. Und wenn seine Frau oder seine Freunde ihn darauf angesprochen haben, dann reagierte er darauf eher gereizt. In der Summe steigert sich sein Frust und ärgert sich zunehmend über sich selbst. Die fehlende Anerkennung, die ihm für seine Leistung nicht entgegengebracht wird, komplettiert seine Spirale noch in die falsche Richtung.  

“Warum bin ich nicht mehr so leistungsfähig wie früher? Seit einer Woche habe nun auch noch permanente Magenschmerzen und Sodbrennen. Ich fühle mich leer und die eine Woche Urlaub mit meiner Familie hat auch nicht geholfen, dass meine Energie gestiegen ist. Ganz im Gegenteil. Und jetzt sitze ich hier und möchte Etwas ändern.” 

Mit diesen Worten habe ich Johannes vor mittlerweile vier Jahren kennenlernen dürfen und war beeindruckt von seiner Offenheit. Dabei ist mir wichtig, dass unser Stresserleben vollkommen individuell ist und jeder von uns unterschiedliche Signale für eine stressige Phase wahrnimmt. Stress oder auch die damit verbundene Belastung ist nicht sofort schlecht für dich. Wichtig ist zu erkennen, wann positiver (Eustress) Stress zu negativem (Disstress) Stress wird. Oder eher: Wann übersteigt die Belastung deine aktuellen Energiereserven und du läufst deiner Energie jeden Tag hinterher.

 

Vielleicht kommen dir einige dieser Signale bekannt vor:

  • Du bist ständig müde?
  • Du kannst dich nicht auf deine Aufgaben konzentrieren?
  • Du bist in letzter Zeit sehr vergesslich geworden?
  • Du hast Probleme beim Ein- und Durchschlafen?
  • Du fühlst dich ausgelaugt und erschöpft?
  • Du leidest an erhöhtem Blutdruck?
  • Du hast häufig Kopfschmerzen?
  • Du hast häufig Muskelverspannungen?
  • Du hast Bauchschmerzen oder Verdauungsprobleme?
  • Du bist häufig zynisch und erkennst dich selbst kaum wieder?

Dies können alles Symptome von stressigen Phasen sein, die dich und in dem Fall Johannes, an die gesundheitlichen Grenzen geführt haben. Ein solcher negativer Stress kann die verschiedensten Ursachen haben. So kann eine Trennung, eine erhöhte Arbeitsbelastung, der Verlust eines Angehörigen, familiäre Streitigkeiten oder auch Mobbing Stressoren für dich und deinen Organismus darstellen. Dieser meldet sich dann mit körperlichen und psychischen Symptomen bei dir. Bis zu einem gewissen Punkt kann dein System diesen Stress verkraften und entgegenwirken, doch irgendwann gibt auch der stärkste Kämpfer auf und das eigene Kartenhaus bricht zusammen. Wie bei Johannes, der sich sehr lange gegen seine Erschöpfung gewehrt hat und nicht mehr wahrgenommen hat oder auch wollte, dass es in seinem aktuellen Tempo nicht mehr lange machbar ist. 


Ein Zusammenspiel mehrerer dieser Symptome wird als Burnout-Syndrom bezeichnet. Dazu gehören vor allem emotionale Erschöpfung, Entfremdung der eigenen Person und eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Leider wird das Burnout-Syndrom häufig noch als “Modekrankheit” bezeichnet und mit Depressionen gleichgesetzt, was oft eine negative Stigmatisierung mit sich zieht. Dabei sind seit einigen Jahren psychische Erkrankungen, wozu auch das Burnout-Syndrom zählt, der häufigste Grund für eine monatelange Berufsunfähigkeitsbescheinigung. Seit 2019 ist das Burnout-Syndrom von der WHO als Krankheit anerkannt und wird nicht mehr mit Depressionen gleichgesetzt. Das Burnout-Syndrom ist keine Erkrankung, von der nur erfolgreiche und ältere AkademikerInnen betroffen sind. Es kann sämtliche soziale Schichten, jedes Alter und alle Lebenssituation betreffen.
Die Folgen eines Burnout-Syndrom können Depressionen, Abhängigkeiten, Angstzustände, chronische Erkrankungen und lange Krankschreibungen sein. Aus meiner Sicht ist es sehr wichtig, sich dem Burnout-Syndrom von unterschiedlichen Ebenen zu nähern und eine individuelle Lösung für die Betreffenden zu finden.

Um ehrlich zu sein war es bei Johannes kurz vor 12, da er durch seinen konstanten Schlafmangel, die schlechte Ernährung und die extrem hohe tägliche Arbeitsbelastung bereits gesundheitlich angeschlagen war. 

Du findest dich in den Symptomen wieder und weißt nicht wie es weitergehen soll?

Den ersten Schritt hast du bereits getan. Vielleicht hast du noch keine Entscheidung über das Wie getroffen. Aber deine Entscheidung, dass du bei deinen Themen Unterstützung brauchst, ist bereits gefallen. Die Entscheidung, dass du deinen Weg heraus nicht alleine beginnen möchtest. Den Weg zu einem gesunden und ausgeglichenen Alltag.
Ich kann dir als Experte für Stresskompetenz auf verschiedenen Ebenen Impulse geben, dich selbst zu stärken und langfristig etwas zu ändern. So kannst du eine Kompetenz aufbauen, mit deinem eigenen alltäglichen Stress elegant umzugehen. Ich gebe dir Anreize, damit du dir deinen eigenen Stress zunutze machen kannst und frühe Warnsignale zu erkennen lernst.