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5 Emotionen, die den Stress in Trauerphasen erhöhen 

Wie du lernen kannst mit Stress in Trauerphasen umzugehen

 

Stress in Trauerphasen – Wie hängt beides zusammen?

Trauer ist eine Emotion, die durch ganz verschiedene Ereignisse ausgelöst werden kann. Oft verbinden wir das Verlieren einer geliebten Person damit. Und so schmerzhaft diese Emotion auch ist, müssen wir uns doch alle irgendwann damit auseinander setzen. Tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit sogar sehr hoch, dass du bereits deine ganz eigenen Erfahrungen mit Trauer gemacht hast. Ob durch eine Trennung oder durch einen Todesfall – der Verlust eines Begleiters oder einer Begleiterin stellt das gesamte Leben auf den Kopf, plötzlich ist nichts mehr wie es war. Aber was ist es eigentlich genau, was den Stress in Trauerphasen auslöst? 

Auch, wenn das vielleicht nicht die erste Assoziation ist: Trauer löst Stress aus. Und der macht es dir so unglaublich schwer sich im ungewohnten zurecht zu finden und neue Kraft zu schöpfen. Zu Beginn hilft es vielleicht Klarheit zu schaffen. Was genau schmerzt so sehr? Welche Emotion macht es dir so schwer das Leben “normal” weiter zu leben? Durch das bewusste Wahrnehmen kann es leichter fallen, das Problem bei der Wurzel zu packen und sich langsam durch die schweren Empfindungen zu arbeiten und Stress in Trauerphasen zu reduzieren.

 

1) Die Veränderung

Egal, ob du Zeit hast dich auf einen absehbaren Verlust vorzubereiten, oder die Trauer ganz unvermittelt kommt: Du musst plötzlich lernen dein ganzes Leben neu einzustellen. Erst musst du mit dem Schmerz umgehen und dann mit der Lücke, die entstanden ist. Das Leben, so wie du es kennst, gibt es nicht mehr. Körper und Geist kämpfen gleichzeitig hart um irgendwie ein Gleichgewicht wieder herzustellen. Das sorgt für (wer hätte es gedacht) einen unglaublichen Stress in deinem System. Wie schnell du dich an neue Situationen gewöhnst ist eine sehr persönliche Sache. Die einen kommen mit Veränderungen schnell gut klar, andere brauchen ihre Zeit, um anzukommen. Gib dir genau die Zeit, die du brauchst, um dich anzupassen und erkunde das Leben wertfrei für dich neu. 

 

2) Die Verdrängung

Bei einem so starken Schmerz, der durch Verlust ausgelöst werden kann, ist die erste Reaktion oft die Verdrängung. Einfach sämtliche Emotionen wegschieben, in der Hoffnung das sie einfach verschwinden. 

Doch das Gegenteil ist dabei der Fall: je mehr Energie du in Betäuben und Ignorieren steckst, desto weniger Energie ist für die tatsächliche Trauerbewältigung da. Dann ist es plötzlich nicht mehr die Trauer an sich die Stress auslöst, sondern das die Trauer keinen Raum bekommt. Als erster Schritt ist es hier also wichtig Platz zu machen und diese wichtige Emotion zulassen. Wie fühlt sich das an? Kann ich meine Emotionen halten oder nur aushalten? Ist es hier vielleicht an der Zeit sich Hilfe zu holen? 

 

3) Die Hilflosigkeit 

Eine andere Emotion, die oft als Trauer missverstanden wird, ist das Gefühl der Hilflosigkeit. Man erlangt plötzlich das Bewusstsein, dass das Leben nicht in unserer Kontrolle liegt und vollkommen unvorhersehbar ist. Wir haben gerne die Fäden in der Hand und – ich denke da wirst du mir zustimmen – das Begreifen der eigenen Machtlosigkeit ist eine Erfahrung, die eine unglaubliche Welle von Stress auslösen kann. Am Ende bleibt uns hier nichts anderes übrig, als diesen Aspekt des Lebens anzunehmen. Schließlich geht es uns allen so.

Aber auch hier gilt es nicht nur, dass du dich dieser Hilflosigkeit ausgeliefert fühlst, sondern gehe dieser nach. Wie fühlst es sich an im Moment nichts machen zu können? Das ist kein schönes Gefühl. Aber ein Wichtiges.

 

4) Die Angst etwas zu verpassen

Erinnerungen an die verlorene Person können schmerzhaft sein. Ebenso die Erfahrungen, die du nicht machen konntest, Fragen die du nie mehr  stellen kannst. Und damit auch Antworten die du nie bekommen wirst. 

Letztes Jahr musste ich meinen Großvater verabschieden. Er lag lange auf der Palliativstation und ich bin jeden Tag hingefahren, habe das Gespräch gesucht und unsere Verbindung noch mehr vertieft. In dieser Zeit gab es natürlich unglaublich viele Hochs und Tiefs. Jeden Tag mit der Ungewissheit zu leben, ob ich ihn am nächsten Tag noch wieder sehen werde, und meinen ganzen täglichen Ablauf umzustellen hat unglaublich viel Kraft gekostet. Die Tiefe und Intensität, die in dieser Zeit zwischen uns entstanden ist, würde ich aber nie wieder missen wollen.  Sie hat mir in meiner Trauerbewältigung unglaublich geholfen und mich heilen lassen. 

Hierbei ist es allerdings unglaublich wichtig auf dich selbst zu hören. Nicht für jeden ist diese Belastung aushaltbar. Nicht jedem tut es gut, für einen unbestimmten Zeitraum seinen Alltag umzustellen. Und nicht jeder will die tiefe Beziehung aufbauen. Und auch das ist vollkommen okay. 

Sollst du dich dafür entscheiden, deinen Alltag für den Abschied von einer Person herzugeben, kann es ein hilfreiches Tool sein, einen roten Faden in deinen neuen Alltag einzubauen. Vielleicht schaffst du es eine Struktur und Routinen zu erschaffen, die dich halten und damit ein wenig Stress abnehmen. 

 

5) Die Angst vor der Trauer

Wenn sich der Verlust einer geliebten Person abzeichnet, kann schon in dieser Zeit die Trauerphase beginnen. Und damit auch der Stress. Allein das Bewusstsein: “Ich muss jetzt vielleicht bald trauern” und die damit einhergehende Angst, setzt unser ganzes System in Alarmbereitschaft.  Dazu kommt die Verdrängung und die Angst vor dem Zeitpunkt. 

Trauer und somit die gesamte Klaviatur der Emotionen, die damit verbunden sein können, ist eine intensive, wichtige und vielfältige Phase. Sie kann für jeden Menschen anders aussehen. Es gibt kein richtig und falsch im Trauern. Nur Wege, die es dir einfacher machen damit umzugehen, und Wege, die es dir auf lange Sicht wahrscheinlich schwerer machen werden über Verluste hinwegzukommen. 

 

Ich möchte dir Helfen Stress in Trauerphasen zu Reduzieren

Solltest du dich aktuell in dem Stress in Trauerphasen ausgesetzt fühlen und das Gefühl haben, dass du Unterstützung und einen Raum gebrauchen kannst, der die Halt gibt, kannst du dich jederzeit bei dir melden. 

Tränen vor dem Coach - Ken Niestolik

 

Oder vielleicht hilft es dir auch von anderen Erfahrungen zu hören? 

In meinem neuen Podcast “Wenn das Leben dazwischen kommt” teile ich ehrliche Geschichten und keine Märchen – über Momente in denen das Leben dazwischen kommt und wie man auch in Extremsituationen Stressmanagement betreiben kann. Du findest mich auf Spotify, Apple Podcasts und Amazon.

Ich freue mich, wenn du mal reinhörst!